Beschreibung
Methotrexat, kurz MTX, gehört zur Gruppe der sogenannten Folsäure-Antagonisten. Der Wirkstoff wurde in den 1950er-Jahren als Krebsmedikament (Zytostatikum) eingeführt und war ursprünglich zur Behandlung von bösartigen Tumoren gedacht.
Aufgrund seiner hemmenden Wirkung auf das Immunsystem wurde MTX später auch zur Therapie von Erkrankungen eingesetzt, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Strukturen so bekämpft, als seien sie gefährliche Krankheitserreger. Zu diesen sogenannten Autoimmunkrankheiten gehören auch viele rheumatische und weitere chronisch-entzündliche Erkrankungen.
Methotrexat zählt heute zu den am häufigsten eingesetzten Basismedikamenten (engl. „Disease Modifying Antirheumatic Drugs“, kurz DMARDs) bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen. Es ist verschreibungspflichtig und darf nur unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle angewendet werden.
Wirkweise
Methotrexat hemmt ein Enzym namens Dihydrofolatreduktase, das für die Zellteilung und DNA-Synthese wichtig ist. Dadurch wird die Vermehrung von Zellen gebremst, – insbesondere das Wachstum von schnell wachsenden Tumorzellen und überaktiven Immunzellen bei Autoimmunerkrankungen.
In niedriger Dosierung wirkt Methotrexat entzündungshemmend und immunsuppressiv. Es unterdrückt fehlgeleitete Abwehrreaktionen des Immunsystems und hilft so, Entzündungen langfristig zu kontrollieren.
Anwendungsgebiete
Methotrexat wird bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, die mit einer überschießenden Zellteilung oder einer fehlgeleiteten Immunreaktion einhergehen. Dazu zählen:
- Rheumatoide Arthritis und juvenile idiopathische Arthritis
- Schuppenflechte (Psoriasis) mit Gelenkbeteiligung
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Off-Label-Use)
- Systemischer Lupus erythematodes
- Verschiedene Krebsarten, z. B. Leukämien, Lymphome oder Brustkrebs (in hoher Dosierung)
Wirkungseintritt und Wirkungsdauer
Die entzündungshemmende Wirkung von Methotrexat tritt nicht sofort ein. Die volle Wirkung entfaltet sich meist erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung.
- Wirkungseintritt: Nach etwa 4 bis 6 Wochen bei Autoimmunerkrankungen
- Wirkdauer: Langfristige Wirkung bei kontinuierlicher Anwendung, meist 1× wöchentlich verabreicht
Geduld und regelmäßige Kontrollen sind notwendig, um die Wirkung zu beurteilen und Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Anwendung und Einnahme
Methotrexat wird meist einmal wöchentlich verabreicht, – entweder als Tablette oder Injektion. Die genaue Dosierung hängt von der Erkrankung und der individuellen Reaktion ab. Die Anwendung erfolgt unter ärztlicher Anleitung.
- Die Einnahme sollte immer am gleichen Wochentag erfolgen.
- Wichtig ist die zusätzliche Einnahme von Folsäure an anderen Tagen, um Nebenwirkungen zu verringern.
- Bei Übelkeit kann die Umstellung von Tabletten auf Spritzen sinnvoll sein.
- Während der Therapie sind regelmäßige Blutuntersuchungen (z. B. Leberwerte, Blutbild) vorgeschrieben.
Nebenwirkungen
Wie bei allen immunsuppressiven Arzneimitteln kann es auch bei Methotrexat zu unerwünschten Wirkungen kommen. Häufig sind diese dosisabhängig und lassen sich durch engmaschige ärztliche Überwachung begrenzen.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:
- Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit
- Erhöhte Leberwerte
- Entzündungen der Mundschleimhaut
Seltener, aber schwerwiegender können folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Leber- oder Lungenentzündungen
- Störungen im Blutbild (z. B. Blutarmut, Infektanfälligkeit)
- Haarausfall (selten bei niedrig dosierter Anwendung)
- Hautausschläge oder allergische Reaktionen
Wechselwirkungen
Methotrexat kann mit einer Vielzahl anderer Medikamente in Wechselwirkung treten. Besonders bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Immunsuppressiva oder bei eingeschränkter Nierenfunktion muss besonders aufgepasst werden.
Wichtige Wechselwirkungen bestehen insbesondere mit:
- Nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen): Können die MTX-Konzentration im Blut erhöhen
- Antibiotika (z. B. Cotrimoxazol): Erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen
- Protonenpumpenhemmer (z. B. Omeprazol): Verlangsamte Ausscheidung von Methotrexat möglich
- Impfstoffe: Lebendimpfstoffe sollten unter MTX-Therapie nicht verabreicht werden
Gegenanzeigen (Kontraindikationen)
Methotrexat darf in bestimmten Situationen nicht angewendet werden. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt ist entscheidend.
Methotrexat darf nicht angewendet werden bei:
- Schweren Leber- oder Nierenschäden
- Bestehenden Infektionen
- Schwangerschaft oder Stillzeit
- Blutbildveränderungen (z. B. Leukopenie)
- Überempfindlichkeit gegen Methotrexat oder Bestandteile des Arzneimittels
Anwendung bei Kindern und Schwangerschaft
Methotrexat ist für bestimmte Erkrankungen auch bei Kindern zugelassen, muss jedoch sehr sorgfältig dosiert und überwacht werden. Während Schwangerschaft und Stillzeit ist MTX strikt kontraindiziert.
Kinder und Jugendliche:
Methotrexat wird u. a. bei juveniler idiopathischer Arthritis eingesetzt. Die Anwendung erfolgt gewichtsabhängig unter enger pädiatrischer Kontrolle.
Schwangere:
MTX ist fruchtschädigend und darf keinesfalls während der Schwangerschaft eingenommen werden. Bereits vor Therapiebeginn muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Frauen und Männer im zeugungsfähigen Alter müssen zuverlässige Verhütungsmaßnahmen treffen.
Stillzeit:
Methotrexat geht in die Muttermilch über und darf während des Stillens nicht angewendet werden.
Alkohol:
Alkoholkonsum kann die Leber zusätzlich belasten und sollte unter Methotrexat-Therapie möglichst vermieden werden. Schon geringe Mengen Alkohol können das Risiko für Leberschäden erhöhen.
Dosierung
Die Dosierung richtet sich nach dem Behandlungsziel und dem individuellen Gesundheitszustand. Bei entzündlichen Erkrankungen ist eine niedrige Wochendosis üblich (z. B. 7,5 bis 25 mg einmal wöchentlich).
- In der Krebstherapie kommen deutlich höhere Dosen zum Einsatz – teilweise über Infusionen.
- Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist in jedem Fall erforderlich, auch zur Überwachung von Blutbild, Leber- und Nierenwerten.
- Eine zusätzliche Einnahme von Folsäure (meist 24–48 h nach MTX) ist Standard zur Minimierung von Nebenwirkungen.
Darreichungsformen
Methotrexat ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, abhängig vom Einsatzgebiet und der gewünschten Dosierung.
- Tabletten in unterschiedlichen Stärken (z. B. 2,5 mg, 10 mg)
- Fertigspritzen oder Autoinjektoren zur subkutanen Injektion
- Infusionslösungen (meist im onkologischen Bereich)
Die subkutane Injektion ist oft besser verträglich als Tabletten – insbesondere bei gastrointestinalen Nebenwirkungen.
Hinweise für besondere Risikogruppen
Bestimmte Personengruppen müssen bei der Einnahme von Methotrexat besonders sorgfältig überwacht werden. Dazu zählen:
- Ältere Menschen: Höheres Risiko für Nebenwirkungen – regelmäßige Kontrollen notwendig
- Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion: Gefahr der Akkumulation
- Menschen mit Alkoholabhängigkeit oder Lebererkrankungen: Erhöhtes Leberschädigungsrisiko
- Personen mit Infektionen oder geschwächtem Immunsystem: Gefahr der Verschlimmerung
In allen Fällen ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.
Lagerung und Haltbarkeit
Methotrexat sollte trocken, lichtgeschützt und bei Raumtemperatur gelagert werden (meist unter 25 °C). Fertigspritzen sollten im Umkarton aufbewahrt werden, um sie vor Licht zu schützen. Das Medikament darf nicht nach Ablauf des Verfallsdatums verwendet werden.
Auswirkungen auf Verkehrstüchtigkeit & Maschinenbedienung
Methotrexat kann in Einzelfällen zu Schwindel, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen führen. Bei entsprechender Symptomatik sollte auf das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen verzichtet werden.
Beispiele für Fertigarzneimittel
- Lantarel®: Tabletten oder Injektionslösung – Standardpräparat zur wöchentlichen Anwendung bei rheumatischen Erkrankungen.
- Metex®: Fertigpens und Spritzen zur subkutanen Selbstinjektion – gut geeignet bei gastrointestinaler Unverträglichkeit.
- Metoject®: Injektionslösung mit unterschiedlichen Dosierungen – häufig in der Langzeitbehandlung rheumatischer Erkrankungen.
- Jylamvo®: Flüssige Methotrexat-Lösung für Patienten mit Schluckbeschwerden – orale Einnahme möglich.
- Methotrexat HEXAL®: Generikum mit verschiedenen Darreichungsformen – wirtschaftlich und therapeutisch gleichwertig.
Diese Informationen dienen als allgemeiner Überblick und ersetzen nicht die individuelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.
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Ibuprofen gehört zu den bekanntesten und meistgenutzten rezeptfreien Schmerzmitteln in Deutschland. Es wird häufig zur Linderung von Schmerzen (u. a. Arthrose und Rheumatoide Arthritis), zur Senkung von Fieber und zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt.

Hydroxychloroquin
Hydroxychloroquin ist ein vielseitiger Wirkstoff, der ursprünglich zur Behandlung und Vorbeugung von Malaria entwickelt wurde. Heute wird es vor allem bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis und systemischem Lupus erythematodes eingesetzt.

Diclofenac
Diclofenac ist ein schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkstoff aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Er wirkt ähnlich wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (Aspirin) und kann außer Schmerzen auch Fieber senken.
Beschreibung
Prednisolon gehört zu den synthetischen Glukokortikoiden und ist ein vielseitig einsetzbarer Wirkstoff, der das körpereigene Immunsystem moduliert. Es wurde entwickelt, um körpereigene Immunprozesse bei Entzündungen gezielt zu beeinflussen.
Der Wirkstoff wird häufig bei chronischen oder akuten entzündlichen Erkrankungen angewendet. Dabei kann er je nach Indikation in niedriger Dosierung über längere Zeit oder kurzzeitig in höheren Dosen eingesetzt werden. Prednisolon ist verschreibungspflichtig und unterliegt einer genauen ärztlichen Kontrolle, insbesondere bei Langzeittherapie.
Wirkweise
Prednisolon wirkt über verschiedene Mechanismen entzündungshemmend und immunsuppressiv. Es beeinflusst die Aktivität bestimmter Gene innerhalb der Körperzellen und hemmt die Produktion von Botenstoffen, die für Entzündungsprozesse und Immunreaktionen verantwortlich sind.
Zu diesen Botenstoffen gehören unter anderem Prostaglandine, Interleukine und Histamin. Durch die Hemmung dieser Botenstoffe reduziert Prednisolon Symptome wie Schwellung, Rötung, Juckreiz oder Schmerzen – unabhängig davon, ob die Ursache eine allergische Reaktion oder eine Autoimmunreaktion ist.
Anwendungsgebiete
Prednisolon wird bei einer Vielzahl von entzündlichen und immunologischen Erkrankungen eingesetzt. Die häufigsten Anwendungsbereiche umfassen:
- Entzündliche rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Polymyalgia rheumatica
- Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes
- Allergische Erkrankungen wie schweres Asthma oder anaphylaktischer Schock
- Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Schuppenflechte (Psoriasis)
- Multiple Sklerose, insbesondere zur Behandlung akuter Schübe
- Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
Wirkungseintritt und Wirkungsdauer
Prednisolon beginnt meist innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme zu wirken. Besonders bei akuten Beschwerden, etwa bei einem allergischen Schock oder einem MS-Schub, ist der schnelle Wirkungseintritt von großer Bedeutung.
Die Wirkungsdauer hängt von der Dosierung, dem individuellen Stoffwechsel sowie der Anwendungsform ab. In der Regel hält die Wirkung zwischen 12 und 36 Stunden an. Bei Langzeiteinnahme wird der Wirkstoff gleichmäßig über den Tag verteilt eingenommen oder durch Retardpräparate abgedeckt.
Anwendung und Einnahme
Prednisolon ist in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich, z. B. als Tabletten, Tropfen oder Injektionslösung. Die Einnahme sollte immer genau nach ärztlicher Anweisung erfolgen.
In der Regel erfolgt die Einnahme morgens, da sie dem natürlichen Tagesrhythmus des Cortisols entspricht. Eine Einnahme während oder nach einer Mahlzeit kann helfen, Magenbeschwerden zu vermeiden. Besonders bei Langzeittherapie ist eine schrittweise Dosisreduktion („Ausschleichen“) nötig, um das Risiko eines Nebenwirkungs- oder Absetzeffekts zu minimieren.
Nebenwirkungen
Wie bei allen Glukokortikoiden sind auch bei Prednisolon Nebenwirkungen möglich. Diese treten in Abhängigkeit von Dosis und Anwendungsdauer unterschiedlich stark auf.
Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen:
- Gewichtszunahme durch Wasser- und Salzansammlungen
- Stimmungsschwankungen, Nervosität oder Schlafstörungen
- Erhöhte Infektanfälligkeit durch Immunsuppression
- Bluthochdruck und erhöhter Blutzuckerspiegel
Bei langfristiger Einnahme oder hohen Dosen können schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten:
- Osteoporose (Knochenschwund)
- Diabetes mellitus
- Muskelabbau (Steroidmyopathie)
- Augenerkrankungen wie Grüner Star (
Glaukom) oder Grauer Star (Katarakt) - Nebennierenrindeninsuffizienz bei abruptem Absetzen
Wechselwirkungen
Prednisolon kann mit zahlreichen Medikamenten wechselwirken. Deshalb ist es wichtig, den behandelnden Arzt über alle regelmäßig eingenommenen Medikamente zu informieren.
Besonders relevante Wechselwirkungen bestehen mit:
- Nichtsteroidalen Antirheumatika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac): erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Blutungen
- Antidiabetika: Wirkung kann abgeschwächt oder verstärkt werden
- Blutverdünnern (z. B. Warfarin): Wirkungsverstärkung oder -abschwächung möglich
- Diuretika: verstärkter Kaliumverlust möglich
Auch bei Impfungen ist Vorsicht geboten. Während der Einnahme von Prednisolon sollte auf Lebendimpfstoffe verzichtet werden.
Gegenanzeigen (Kontraindikationen)
Es gibt bestimmte Situationen, in denen Prednisolon nur unter strenger ärztlicher Kontrolle oder gar nicht eingesetzt werden sollte.
Dazu zählen:
- Unbehandelte systemische Infektionen (z. B. Tuberkulose, Pilzinfektionen)
- Schwere psychische Erkrankungen
- Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre
- Schwere Osteoporose
- Glaukom (Grüner Star)
Anwendung bei Kindern und Schwangerschaft
Die Anwendung bei besonderen Personengruppen erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt.
Kinder
Bei längerer Anwendung kann es zu Wachstumsverzögerungen kommen. Eine ärztliche Kontrolle ist zwingend erforderlich.
Schwangere
In begründeten Fällen kann Prednisolon eingesetzt werden, da es nur in geringer Menge die Plazenta passiert. Dennoch sollte die Einnahme stets mit einem Arzt abgestimmt werden.
Stillzeit
Prednisolon geht in geringer Konzentration in die Muttermilch über. Eine Anwendung ist meist möglich, insbesondere bei niedriger Dosierung.
Alkohol
Alkohol kann die Verträglichkeit von Prednisolon verschlechtern, insbesondere was Magen-Darm-Nebenwirkungen betrifft. Es wird empfohlen, während der Einnahme weitgehend auf Alkohol zu verzichten oder diesen nur in geringen Mengen zu konsumieren.
Dosierung
Die Dosierung von Prednisolon richtet sich stets nach Art und Schwere der Erkrankung sowie individuellen Faktoren wie Körpergewicht oder Alter.
Bei akuten Schüben können höhere Einmaldosen erforderlich sein (z. B. 100 mg oder mehr), während bei chronischen Erkrankungen oft eine Erhaltungsdosis von 5–15 mg täglich ausreichend ist. Eine langsame Reduktion („Ausschleichen“) ist insbesondere bei längerer Einnahme wichtig.
Darreichungsformen
Prednisolon ist in unterschiedlichen Darreichungsformen verfügbar. Dazu zählen:
- Tabletten in verschiedenen Stärken (z. B. 5 mg, 20 mg)
- Retardtabletten mit verzögerter Wirkstofffreisetzung
- Injektionslösungen zur intravenösen oder intramuskulären Anwendung
- Tropfen oder Augentropfen für lokale Anwendungen
- Cremes und Salben bei Hauterkrankungen
Hinweise für besondere Risikogruppen
Einige Patientengruppen benötigen bei der Anwendung von Prednisolon besondere ärztliche Überwachung.
Dazu zählen:
- Ältere Menschen: erhöhtes Risiko für Osteoporose, Bluthochdruck oder Diabetes
- Menschen mit Herzerkrankungen oder Magenproblemen
- Patienten mit psychischen Vorerkrankungen
- Personen mit bestehenden Infektionen (z. B. Tuberkulose): Reaktivierung möglich
In diesen Fällen sollte die Therapie individuell angepasst und regelmäßig kontrolliert werden.
Lagerung und Haltbarkeit
Prednisolon sollte lichtgeschützt und trocken bei Raumtemperatur gelagert werden. Die Lagerung erfolgt idealerweise in der Originalverpackung, um die Stabilität des Wirkstoffs zu gewährleisten. Das Medikament darf nicht nach Ablauf des auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatums verwendet werden.
Auswirkungen auf Verkehrstüchtigkeit & Maschinenbedienung
In der Regel beeinträchtigt Prednisolon die Reaktionsfähigkeit nicht. Bei hohen Dosen oder zu Therapiebeginn kann es jedoch zu Nebenwirkungen wie Schwindel oder Unruhe kommen. In solchen Fällen sollte auf das Führen von Fahrzeugen verzichtet werden.
Beispiele für Fertigarzneimittel
- Decortin®: Häufig verordnetes Prednisolon-Präparat in unterschiedlichen Dosierungen zur systemischen Behandlung entzündlicher Erkrankungen.
- Predni H Tablinen®: Filmtabletten mit gut steuerbarer Dosierung – für Kurz- und Langzeitanwendung geeignet.
- Solu-Decortin® H: Injektionspräparat zur intravenösen Anwendung bei schweren akuten Entzündungszuständen.
- Lodotra®: Retardtablette mit zeitverzögerter Freisetzung – besonders bei rheumatoider Arthritis zur morgendlichen Symptomkontrolle.
- Prednisolon-ratiopharm®: Generikum mit breitem Anwendungsspektrum – kostengünstige Alternative für die orale Dauertherapie.
Diese Informationen dienen als allgemeiner Überblick und ersetzen nicht die individuelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.
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Ibuprofen gehört zu den bekanntesten und meistgenutzten rezeptfreien Schmerzmitteln in Deutschland. Es wird häufig zur Linderung von Schmerzen (u. a. Arthrose und Rheumatoide Arthritis), zur Senkung von Fieber und zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt.

Hydroxychloroquin
Hydroxychloroquin ist ein vielseitiger Wirkstoff, der ursprünglich zur Behandlung und Vorbeugung von Malaria entwickelt wurde. Heute wird es vor allem bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis und systemischem Lupus erythematodes eingesetzt.

Diclofenac
Diclofenac ist ein schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkstoff aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Er wirkt ähnlich wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (Aspirin) und kann außer Schmerzen auch Fieber senken.
Beschreibung
Hydroxychloroquin wurde ursprünglich zur Behandlung von Malaria entwickelt. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des Wirkstoffs Chloroquin, der seit den 1940er-Jahren eingesetzt wird. Hydroxychloroquin wird vor allem zur Behandlung von rheumatoider Arthritis und Lupus erythematodes verwendet.
Es zeichnet sich durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften aus, erfordert jedoch eine sorgfältige Anwendung, da dosisabhängige Nebenwirkungen auftreten können.
Wirkweise
Hydroxychloroquin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antimalariamittel und wird auch zur Behandlung von bestimmten Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes und rheumatoider Arthritis eingesetzt.
Hydroxychloroquin wirkt entzündungshemmend und immunsuppressiv, indem es die Aktivität des Immunsystems moduliert und Entzündungsreaktionen im Körper hemmt.
Anwendungsgebiete
Hydroxychloroquin wird verwendet zur Behandlung von:
- Malaria (Prophylaxe und Behandlung)
- Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes und rheumatoider Arthritis
- Hauterkrankungen wie chronischer Diskoider Lupus erythematodes und bestimmten Lichtdermatosen
Wirkungseintritt und Wirkdauer
- Wirkungseintritt: Kann mehrere Wochen dauern, insbesondere bei Autoimmunerkrankungen
- Wirkdauer: Lang anhaltende Wirkung, bei regelmäßiger Einnahme stabil im Körper verfügbar
Anwendung und Einnahme
Die Einnahme von Hydroxychloroquin sollte genau nach Anweisung der Ärztin oder des Arztes erfolgen. Es sollte während oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden, um Magenbeschwerden zu vermeiden.
Die Dosierung und die Behandlungsdauer werden individuell festgelegt und können je nach Erkrankung variieren. Die Tabletten sollten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Injektionslösungen werden nur in Notfällen, z.B. bei schwerer Malaria, eingesetzt.
Verwendung:
- Die Einnahme von Hydroxychloroquin sollte genau nach Anweisung der Ärztin oder des Arztes erfolgen.
- Es sollte während oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden, um Magenbeschwerden zu vermeiden.
- Die Dosierung und die Behandlungsdauer werden individuell festgelegt und können je nach Erkrankung variieren.
- Die Tabletten sollten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.
- Injektionslösungen (für den Notfall, z.B. bei schwerer Malaria)
Bekannte Nebenwirkungen
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Hydroxychloroquin zählen:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Kopfschmerzen
- Hautausschläge
- Augenprobleme wie verschwommenes Sehen oder Netzhautablagerungen (bei Langzeitanwendung)
- Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen können umfassen:
- Netzhautschäden (Retinopathie), die zu Sehstörungen führen können
- Herzrhythmusstörungen, insbesondere bei Überdosierung
- Blutbildveränderungen
Wechselwirkungen:
- Wird Hydroxychloroquin zusammen mit Medikamenten gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) oder gegen Depressionen (MAO-Hemmer) eingenommen, kann es vermehrt zu Herzrhythmusstörungen kommen
- In Kombination mit Medikamenten gegen Diabetes (Antidiabetika) kann Hydroxychloroquin die Wirkung dieser Präparate verstärken und zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen.
- Hydroxychloroquin kann auch die Wirkung und die Nebenwirkungen von anderen Medikamenten verstärken. Wer Hydroxychloroquin verordnet bekommen will, sollte seine Ärztin oder seinen Arzt daher unbedingt darüber informieren, welche Medikamente noch eingenommen werden.
Gegenanzeigen (Kontraindikationen)
Hydroxychloroquin sollte nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Hydroxychloroquin oder andere Bestandteile des Medikaments
- Schwere Leber- oder Nierenerkrankungen
- Herzrhythmusstörungen oder bekannten Netzhauterkrankungen
Anwendung bei Kindern und Schwangeren
- Kinder: Die Anwendung von Hydroxychloroquin bei Kindern erfolgt nur in bestimmten Fällen und unter ärztlicher Aufsicht. Die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht des Kindes.
- Schwangere: Hydroxychloroquin kann während der Schwangerschaft verwendet werden, wenn der Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt, insbesondere bei Autoimmunerkrankungen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Medikament dem ungeborenen Kind schadet.
- Stillzeit: Hydroxychloroquin geht in die Muttermilch über, jedoch in geringen Mengen. Es wird empfohlen, während der Stillzeit die niedrigste wirksame Dosis anzuwenden und das Neugeborene auf mögliche Nebenwirkungen zu überwachen.
- Alkohol: Alkohol kann die Nebenwirkungen von Hydroxychloroquin verstärken. Alkohol kann außerdem das Immunsystem weiter schwächen, was das Risiko für Infektionen erhöhen kann. Es wird daher empfohlen Alkohol zu vermeiden oder nur in geringen Mengen zu konsumieren.
Abgabe
- Hydroxychloroquin ist verschreibungspflichtig und nur auf ärztliches Rezept erhältlich.
- Bei einer Langzeitanwendung ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle erforderlich.
Darreichungsformen
Hydroxychloroquin ist in folgenden Darreichungsformen erhältlich:
- Tabletten (meist in Dosierungen von 200 mg)
- Filmtabletten
- Injektionslösung
Hinweise für besondere Risikogruppen
- Ältere Menschen: Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen oder Augenschäden, daher regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich.
- Patienten mit Augenerkrankungen: Hydroxychloroquin kann die Netzhaut schädigen. Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen werden empfohlen.
- Personen mit Herzproblemen: Kann zu Herzrhythmusstörungen führen, insbesondere bei längerer Einnahme oder in Kombination mit anderen Medikamenten.
Lagerung & Haltbarkeit
- Lagerung: Trocken und unter 25°C lagern, vor Licht und Feuchtigkeit schützen
- Haltbarkeit nach Anbruch: Tabletten sind meist bis zum angegebenen Verfallsdatum stabil, eine besondere Einschränkung nach Anbruch gibt es nicht.
Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit & Maschinenbedienung
- Kann Schwindel, Sehstörungen oder Müdigkeit verursachen
- Empfehlung: Nach der Einnahme zunächst beobachten, wie der Körper reagiert – bei Nebenwirkungen besser nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen.
Beispiele für Fertigarzneimittel:
- Quensyl® ist ein Arzneimittel mit Hydroxychloroquin zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie Lupus und rheumatoider Arthritis.
- Plaquenil® enthält Hydroxychloroquin und wird bei rheumatoider Arthritis sowie systemischem Lupus erythematodes eingesetzt.
- Hydroxychloroquin Aristo® ist ein Generikum mit dem Wirkstoff Hydroxychloroquin zur Therapie von Autoimmunerkrankungen.
- Hydroxychloroquin-ratiopharm® ist ein Hydroxychloroquin-Generikum zur Behandlung entzündlicher Autoimmunerkrankungen.
- Hydroxychloroquin axcount ist ein weiteres Generikum mit Hydroxychloroquin, angewendet bei rheumatischen und immunologischen Erkrankungen.
Diese Informationen dienen als allgemeiner Überblick und ersetzen nicht die individuelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.
